Veranstaltungen

Natur, Gemeinschaft, Kultur, Soziales, Pilgern in Frommenhausen

Grosses Sommerfest in Frommenhausen

Wann: Sonntag, 3. Juli ab 11:30 Uhr
Wo: TREFFPUNKT NATUR draußen am Waldeck

Großes Sommerfest in Frommenhausen

Am 3. Juli 2022 veranstaltete der Förderverein im Zusammenspiel mit den örtlichen Vereinen nach langer Zeit wieder ein Großes Fest in Frommenhausen.

 

Der Tag im Überblick

11:15 Segnung des Biotops

11:30 Festakt zur Einweihung des Teichbiotops mit musikalischer Umrahmung des Hirrlinger Musikvereins
anschließend Mittagessen

13:45 Kurze Musikstücke der capella piccola auf historischen Instrumenten

14:00 Prof. Bastian Kaiser (Rektor an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg) zum Thema „Natur-Biodiversität- Klimawandel-Ehrenamt“

14:30 - 17:30 Buntes Programm für Jung und Alt

Basteln mit dem Kindergartenteam, Ponyreiten, Oldtimer-Traktorfahrten zugunsten krebskranker Kinder, Jugendfeuerwehr, Torwandschießen, Preiskegeln, Spektakuläre Landung eines Motorschirms

Handwerkermarkt mit Vorführungen und Verkauf, Weiden flechten, Weidenprodukte, selbst Töpfern (14:30 und 17:00) und Getöpfertes, Holzgedrechseltes und Honig von der Hochmark

Kunstaktion „Trau(m)ort Weidenhaus“

16:00 Barbara Helène zum Thema „Naturgarten“

16:30 Auftritt capella piccola am Teichbiotop

18:00 Ausklang mit Songs des Country-Duos Horse Mountain am Lagerfeuer mit Stockbrot von unseren Backfrauen und Grillwurst


Kulinarisches

Ofenfrische Pizza und Dünnete vom Foodtruck (auch vegetarisch), Würstchen vom Grill und Pommes frites, Eismann Michele vom Eis Rialto in Bisingen, Kaffeespezialitäten von Chois Coffee Creators aus dem Coffee-Mobil und hausgemachte Kuchen


Ausführliches

Veranstaltungsflyer (pdf)
Speise- und Getränkekarte (pdf)
Programmablauf beim Sommerfest (pdf)


Presse

Wo die Schwalben ein Schnäbelchen Wasser tanken (Schwäbisches Tagblatt, Angelika Bachmann)


Wettbewerb

Ideenwettbewerb Gemeinsam:Schaffen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR)Gemeinsam:Schaffen Gemeinsam:Gestalten

Der Ideenwettbewerb Gemeinsam:Schaffen ist Teil des Impulsprogramms Zusammen halt… der Landesregierung Baden-Württemberg (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz).
Dieses ressortübergreifende Programm fördert im Rahmen von acht Themenfeldern mutige und unkonventionelle, insbesondere niederschwellige Ansätze, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Austausch und Begegnung nachhaltig stärken und fördern.

Eine unabhängige Jury hatte unser Projekt Biotop mit Wanderweg vernetzt 2020 als eines von 45 anderen mit ausgewählt.

Grußwort Ministerialdirektorin Grit Puchan, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


Vortrag

„Natur – Biodiversität – Klimawandel - Ehrenamt“
- Kurzvortrag beim Sommerfest des Fördervereins Treffpunkt Natur Frommenhausen -
anlässlich der Einweihung des Feuchtbiotops am 03.07.22
von Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian Kaiser


Rückblick auf das Sommerfest

Einweihung des Teichbiotops und Festakt

Am Sonntag, den 3. Juli, konnte Frommenhausen nach langer Zeit endlich wieder ein großes Fest feiern. Bei herrlichem Sommerwetter spendeten die vorsorglich aufgestellten Zelte, Pavillons und Sonnenschirme den nötigen Schatten. Nach dem Festgottesdienst in der St. Vitus Kirche anlässlich der 250-Jahr-Feier der Kirche segneten der Rottenburger Domkapitular Klaus Krämer und Ortspfarrer Remigius Orjiukwu das Teichbiotop.
Beim anschließenden Festakt am Sportheim begrüßte der Vorsitzende Mathias Löchner die zahlreichen Gäste und erinnerte in einem gereimten Vortrag an die Vorgänge von der Ursprungsidee bis zur Fertigstellung des Biotops. Er dankte den anwesenden Vertretern der Stadt Rottenburg, Oberbürgermeister Stephan Neher und Hannah Wagner von der Stabstelle Umwelt- und Klimaschutz, für die gewährte finanzielle Unterstützung über das städtische Ökokonto.
Oberbürgermeister Stephan Neher hob in seinem Grußwort die erstaunliche Leistungsbereitschaft hervor, die anlässlich des Baus des Biotops im kleinen Frommenhausen wieder einmal sichtbar geworden sei. Für Ortsvorsteher Kurt Hallmayer, der leider verhindert war, verlas sein Vertreter Markus Hagen ein Grußwort. Darin stellte er das nunmehr vollendete Ensemble des Treffpunkts Natur – Arboretum, Wildbienenhotel, Weidenhaus, Wanderwegenetz und Teichbiotop – als eine beispielhafte Gesamtleistung heraus, auf die die Ortschaft stolz sein könne. Insbesondere wurde das Engagement der beiden Vorsitzenden Annette Kermautz und Mathias Löchner gelobt, ebenso das von Roland Harrer, dessen Idee und Einsatz hier maßgeblich waren. Auch auf Landesebene werde das Biotop als förderwürdig angesehen, denn nicht umsonst habe der Förderverein für dieses Projekt ein Preisgeld von € 7000 vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gewonnen. Der stv. Ortsvorsteher dankte dem Förderverein darüber hinaus für die Durchführung von über eintausend Covid-Tests während der Pandemie wie auch aktuell für die Unterbringung und Betreuung der aus der Ukraine geflüchteten Menschen in der Pilgerherberge.
Stellvertretend für Ministerialdirektorin Grit Puchan vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz verlas Brigitte Abt-Harrer deren Grußwort. Darin würdigte sie das am Treffpunkt Natur eingebrachte Engagement zugunsten von Umwelt und Natur und betonte die Bedeutung ehrenamtlicher Projekte für den Zusammenhalt der Menschen in den ländlichen Gebieten. Auf diesem Hintergrund habe das Ministerium den Wettbewerb „Gemeinsam:Schaffen“ ins Leben gerufen, an dem sich landesweit über 140 Initiativen beworben und 45 davon ein Preisgeld erhalten hätten, darunter der Förderverein Frommenhausen.
Gewohnt schmissig umrahmt wurden Festakt und anschließendes Mittagessen vom Musikverein Hirrlingen mit 26 Musikern, davon 13 aus Frommenhausen.

Die Ballade vom Teichbiotop (Mathias Löchner)

„Halt, wona, ihr starke Recka? Wollt euch wohl im Wald verstecka?“
„Oh nein, mein Herr! Wir fürchten nur, dass draußen, auf der weiten Flur,
wenn die Hitze heißer Sommer, ohne Blitz und ohne Donner,
die Felder, Wälder endlos quält, weil zu selten Regen fällt,
ja, dass dann Pflanz‘ und Tiere untergehn – ganz einfach so, wie aus Versehn.
Dagegen wollen wir ‘was tun, und nicht nur auf dem Bauche ruhn:
Hinaus wir ziehn zum Waldesrand, wo Roland eine Stelle fand,
die ist geeignet, ohne Not, ganz ideal, zum Biotop!“
„Hent ihr des mit dem Fürscht geklärt? Denn i han dazu gar nix g‘hört!“
„Na klar. Doch wenn‘s nicht glaubsch, ruf ihn nur an - die Zeit ihm raubsch!“
Beep, ertönt das Handy gleich. „Morga, Fürscht, ähm, stemmt des mit dem Teich?“
„Mann, des han i dir erscht geschtern gsagt! Vergisch du des am andra Tag?
Lass die Leit‘ zom Waldeck ‘naus, sonsch fliegsch’ fei glei‘ zom Schlosshof naus. – Ende!“
„Au wei, han ich des wirklich scho vergessa, beim sexta Bier zom Obendessa?
Also bittschön, ganget no – wer aber sind die andre do?
(Immer mehr Leute tauchen plötzlich auf)
Des isch jo fascht wie z‘mol beim Bilbo – dem Hobbit dronta im Aualand, als dreizehn Zwerg vor d‘r Haustür stand‘,
und einer nach dem andra klopfet, der Bilbo denkt, bin ich verkopfet?
So viele Gäscht an einem Tag, han i mei Lebtag no net g‘habt!“
„Jetzt lass du uns endlich durch, du Held, bevor dir’s wieder anders g’fällt!“ –
Und so entstand, dort hinterm Boom, genauso wie das alte Rom,
nicht an einem Tag das Biotop - damit ich uns nicht zu sehr lob.
Nein, an vielen Tagen gruben, hackten, pflanzten wir - dazwischen gab’s auch mal ein Bier.
Die Folie war ein Mords Problem, vor dem würd‘ das Team noch heute stehn,
hätten Norbert, Albert, noble Retter, die Folie nicht mit dem Trecker,
von beiden Seiten transportiert: da hat sie denn ganz brav pariert. –

Viel später, als, nach 1000 Stunden, wir glaubten, wir hätten’s schließlich überwunden, es hätt‘ ein End die ehrenamtlich‘ Plackerei - da war es keineswegs vorbei:
Denn nun hat leise über Nacht, der Putin über alle Leid gebracht.
So haben wir uns umgedreht, die Schaufel aus der Hand gelegt,
und diese Menschen aufgenommen, die, vom Krieg noch ganz benommen, plötzlich vor der Türe standen.
Es ging uns dabei wie dem Hobbit: erst ein, dann zwei, dann waren’s viele.
Sie mussten die Heimat hinter sich lassen – wir ha’m sie einfach rein gelassen,
ihnen ein neues Heim gegeben; für ein paar Wochen, so mal eben,
haben wir sie hier betreut – von uns hat‘s keiner je bereut!
Und deshalb schallt’s bis Kiew noch: Frommenhausen lebe - hoch!

Das Fest

Das Mittagessen im Anschluss an den Festakt ist ein Schmaus, zubereitet vom eingespielten Gastroteam des Sportvereins. Gegenüber, auf dem Foodtruck von Henri Helène aus Biberach, werden „Dennede“, flache Teigstücke mit unterschiedlichen Belägen, ausgebacken: frisch, lecker, und ebenfalls gut nachgefragt. Nach dem ersten Hunger spielt die capella piccola im Schatten eines Nussbaums auf historischen Blasinstrumenten mittelalterliche Weisen, während sich Prof. Dr. Kaiser, Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, ans Mikrofon begibt. In seinem Beitrag mit dem Thema „Natur-Biodiversität-Klimawandel-Ehrenamt“ stellt er einleuchtend dar, dass wir, wenn wir von ‚Natur‘ sprechen, in der Regel die vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft meinen. Der Treffpunkt Natur in Frommenhausen sei ein Ausdruck des konstruktiven Miteinanders von Mensch und Natur. Sich für Artenvielfalt einzusetzen sei wichtig, weil mit jeder verlorenen Art ein Stück Zukunft verloren gehe. Um den Klimawandel aufzuhalten, müsse der Mensch auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse handeln und die Natur unterstützen, Kohlenstoff effizient zu speichern, etwa durch Anpflanzung resistenter Bäume und nachhaltige Holznutzung. Nicht nur diesem Bereich nehme das Ehrenamt in unserem Land eine immer bedeutsamere Rolle ein. Dies sei am Treffpunkt Natur besonders sinnfällig, und darauf könne Frommenhausen stolz sein.
(Vortrag von Prof. Kaiser
Grußwort von Ministerialdirektorin Grit Puchan)

Das Festgelände

Nach Mittagessen und Vortrag verlagert sich das Geschehen auf die verschiedenen Stände, Spiel- und Bastelangebote entlang des TREFFPUNKT NATUR bis hinaus zum Biotop. Da ist zunächst am Waldrand die von den Fronmeistern erst vor kurzem von ihrem üppigem Bewuchs befreite Preiskegelanlage; sie wird den ganzen Nachmittag ununterbrochen bespielt werden, bestens betreut von zwei erfahrenen „Profikeglern“ der ersten Stunde. Auf der anderen Seite befindet sich der erste Handwerksstand; dort wird Selbstgedrechseltes aus heimischen Hölzern zum Verkauf angeboten, der Gewinn geht am Ende als Spende an den Förderverein – nochmals vielen Dank dafür. Wenige Schritte darauf die Tische der Töpferin, an denen sie nicht nur ihre Waren ausstellt, sondern auch zum Selbertöpfern einlädt – eine Aufforderung, die sich gerade die Jüngeren nicht entgehen lassen. Am nächsten Stand ist anschaulich zu sehen: Weiden sind ein Naturprodukt und lassen sich vielfältig einsetzen, etwa als Körbe, Deko, aber auch als Wandschirm und Sichtschutz für innen und außen. Vorbei am Wildbienenhotel und flugs ins Weidenhaus hineingeschaut: In dieser heimeligen unter dichtem Blätterdach Umgebung bastelt und werkelt das Kindergartenteam mit großer Hingabe. Es entstehen lustige Pappbienen, bemalte Kieselsteine und niedliche Schiffchen.

Das Fest

Von den Meisten unbemerkt, nähert sich gegen 15 Uhr ein unbekanntes Flugobjekt dem festlichen Treiben, um nach zwei luftigen Schleifen eine gekonnte Landung auf dem Trainingsplatz hinzulegen. Heraus steigt ein freundlicher Herr, der sich mit „Tschai“ vorstellt und eine himmlische Botschaft im Gepäck hat, die er gleich darauf zwei jungen Damen, die eine deutsch, die andere ukrainisch, feierlich überreicht: die europäische Friedensflagge.
Einige Schritte weiter demonstriert die Jugendfeuerwehr, wie man Schläuche entrollt, sich gegenseitig mit Wasser anspritzt und danach die Schläuche wieder fachgerecht im Löschfahrzeug verstaut. Eine angenehme Abkühlung an einem warmen Sonntagnachmittag!
Auf dem Fußballplatz geht es eher heiß zu, denn dort veranstaltet ‚Rock am Waldeck‘ sportliche Wettbewerbe: Torwandschießen und später Wettlauf zu Viert auf Riesenski gegen die Uhr. Das erfordert jede Menge Geschicklichkeit und manchmal auch die Kunst des Fallens.
Wer anschließend gemütlich die Weite der Hochmark erkunden möchte, sitzt auf einen der bereitstehenden Oldtimer-Traktoren auf und lässt sich ein Weilchen herumkutschieren – und das auch noch für einen guten Zweck: das erbetene Fahrgeld kommt nämlich der Kinderkrebsklinik in Tübingen zugute.
Immer neue Gäste treffen ein, nehmen Kaffee und Kuchen zu sich und bummeln den TREFFPUNKT NATUR auf und ab. Wann nur findet das sehnsüchtig erwartete Ponyreiten statt? Wegen der Hitze erst etwas später, aber dann erklimmen die kleineren und größeren Kinder unablässig die Rücken der Pferde und lassen sich im Kreis herumtragen. Auch ein Riesenerfolg!
Gegen später spielt am Wegkreuz beim Biotop noch einmal die capella piccola auf, bevor sich gegen 18 Uhr die Freunde der Musik des Duos Horse Mountain an der Grillstelle einfinden. Bei Stockbrot über offenem Feuer und amerikanischen und deutschen Songs aus dem 20. Jahrhundert klingt ein gelungener Festtag harmonisch aus.

Danksagung

Der Förderverein dankt allen Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen, die ihren Beitrag zum Gelingen unseres großen Sommerfests geleistet haben: dem Sportverein, der sein rechtzeitig restauriertes und erweitertes Außengelände Gelände zur Verfügung gestellt und dessen zahlreiche Aktive unablässig für Speis und Trank gesorgt haben; dem Musikverein Hirrlingen; Rock am Waldeck, der Zelte und Toilettenwagen aufgestellt und mit lustigen Spielen auf dem Sportplatz für Abwechslung gesorgt hat; den vielen KuchenspenderInnen und den engagierten Damen vom Kuchenverkauf; dem Kindergartenteam, das den Kindern im Weidenhaus mit Basteln den Nachmittag verkürzt hat; den Traktorfahrern, die den ganzen Nachmittag Jung und Alt für eine kleine Spende zugunsten der Krebsklinik für Kinder in Tübingen über die Hochmark kutschiert haben; der capella piccola für ihre beschwingten musikalischen Auftritte; dem kunstvollen Motorschirmflieger Ralf ‚Tschai‘ Bauer, Überbringer der europäischen Friedensfahne; den BetreibenInnen der Handwerksstände, die ihre Produkte gezeigt und verkauft haben und überdies Gelegenheit zum Mitmachen boten; den Modellfliegern für ihre Flugschau; und schließlich den Führerinnen der beiden Ponys, die geduldig die vielen wartenden ReiterInnen aufsitzen ließen.
Alle, die ihren Beitrag in dieser Aufzählung vermissen, sind ohne Absicht schlichtweg vergessen worden und dürfen sich als ausdrücklich genannt empfinden.


Umwelttipp